Das Wusterhausener Rathaus

Das Rathaus heute

... gestern und heute

Unsere kleine virtuelle Ausstellung wird ab dem 1.12.2020 jeden Tag um ein Exponat ergänzt und zeigt, was wir eigentlich anlässlich der Verleihung der Auszeichnung "Denkmal des Monats" an das Rathaus unseren Gästen präsentieren wollten - die Geschichte unseres Rathauses bis 2020.

Die älteste Darstellung

Der 1. Tag: Vorgängerbauten des heutigen Rathauses

Ein Ausschnitt aus der ältesten Darstellung Wusterhausens, der einzigen Stadtansicht vor dem großen Stadtbrand

Kupferstich von Daniel Petzold, Anfang des 18. Jahrhunderts

Das Rathaus ist nur angedeutet, aber die beiden Staffelgiebel sind gut zu erkennen. Der ursprüngliche mittelalterliche Bau wurde durch mehrere Brände (insbesondere 1636 und 1694) schwer in Mitleidenschaft gezogen und teilweise in Fachwerk wieder aufgebaut. Dieses Rathaus brannte 1758 beim letzten großen Stadtbrand vollständig nieder, mit dem gesamten Stadtarchiv.

Kolorierte Kopie des Kupferstichs, Archiv Wegemuseum

Der 2. Tag: Die älteste Stadtansicht

Kupferstich von Daniel Petzold, Anfang des 18. Jahrhunderts

Zu sehen in der Dauerausstellung - Besuchen Sie uns im 3D-Rundgang!

Auf dieser Darstellung dominiert noch der hohe spitze Kirchturm die Stadtsilhouette - er ist 1764 durch Blitzschlag abgebrannt. Seitdem hat unsere Kirche ihre markante, gedrungene Ansicht.

Die historische Stadtansicht als Intarsie Foto: wegemuseum

Der 3. Tag: Die historische Stadtansicht - ganz in Holz

Dieses Exponat wurde 1980 vom Intarsienschneidemeister Jan-Jürgen Klepper aus Neustadt/Dosse angekauft, ebenso wie eine Wappendarstellung.

Auch wenn das Rathaus in dieser Ansicht kaum zu erahnen ist, soll hier noch Karl Altrichter zitiert werden: In seiner Chronik Wusterhausens von 1888 zitiert er die Notizen des Chronisten Johann Christoph Bekmann, 1711, zum alten Rathaus: "Das Rahthauß präsentiret Sich nach dem Markt zu mit einem feinen, wie wohl nach der alten Art eingerichteten Giebel. Die Audience Stube ist gewölbet, auch daherumb alles von Stein. Nachdem es aber zu Klein fallen wollen, so ist 1694 dem andern Giebel noch ein Neues Theil von Holtz mit Steinen ausgeflochten hinein gebauet worden.

Eine kleine Spekulation: Wie könnte das alte Rathaus ausgesehen haben? Vielleicht hatte es Ähnlichkeit mit dem Perleberger Rathaus... - die Seite mit der Gerichtslaube hat sich bis heute erhalten. Oder sah es eher wie das Wittstocker Rathaus aus? Auch hier ist die Gerichtslaube erhalten geblieben.

 

Das alte Rathaus Quelle: Archiv Wegemuseum/ Th. Dombrowski

Der 4. Tag: Das Rathaus nach dem großen Brand

In der Dauerausstellung zu sehen: "Das alte Rathaus zu Wusterhausen a./D. um 1820", Aquarell von Karl Altrichter, 1884, Kopie von Theophil Dombrowski

Der Vorgängerbau des heutigen Rathauses scheint noch Teile des abgebrannten Rathauses enthalten zu haben, wie die Skizze (aus Richtung des heutigen Wegemuseums gesehen)  zeigt. Auch ein Grundriss wurde uns von Karl Altrichter überliefert: Im Erdgeschoss befand sich links im massiven Bau das Gefängnis und rechts das Spritzenhaus. Im Obergeschoss hatte über dem Gefängnis das Gericht seinen Sitz und rechts befand sich die Ratsstube.

Ganz links ist die "Friedenseiche" von 1815 zu sehen, inmitten einer mehrreihigen Lindenpromenade. Laut Altrichter wurde das hier abgebildete Gebäude erst 1775 erbaut.

Buchempfehlung Foto: wegemuseum

Buchempfehlungen aus der Bibliothek: Spannung mit Geschichte(n) bieten zwei Bücher, die frisch in der Bibliothek eingetroffen sind. Sie zeigen das Thema "Rathaus" aus einem ganz anderen Blickwinkel.

Der moderne Krimi von Marion Griffiths-Karger "Rathausmord" spielt in Hannover - ein spannender Schmöker mit packender Mörderjagd.

Das Buch "Am Anfang war ein Mord" von Hans Steidle betrachtet das Würzburger Rathaus als "Spiegel und Symbol der Stadtgeschichte" vom Mittelalter bis heute - natürlich nicht ohne Kriminalfälle.

 

Und wer hat noch mehr "Rathauskrimi-Empfehlungen"? Einfach auf facebook oder Instagram posten oder in der Bibliothek melden!

Ansicht des Marktes von 1839, Kopie eines Gemäldes von Wilhelm Barth Foto: Wegemuseum

Der 5. Tag: Ein Taufgeschenk

2018 erhielten wir ein Geschenk: Die Tochter des Amtgesrichtsrats Knauff übergab uns ein Gemälde, das sie 1937 als Taufgeschenk erhalten hatte. Es handelt sich um eine Kopie einer Stadtvedute von Wilhelm Barth. Der Maler der Kopie ist nicht bekannt. Als Vorlage hat vermutlich ein Foto des Originals gedient.

Das Bild zeigt die Ansicht des Marktes um 1839 mit dem alten Rathaus, umgeben von Linden. Wilhelm Barth (1779-1852) war seit 1825 preußischer Hofmaler und schuf bedeutende Gemälde märkischer Städte. Das Originalbild ist verschollen.

Dank einer großzügigen Finanzierung durch den Kulturverein Wusterhausen e.V. konnte das Bild in diesem Jahr für die Ausstellung restauriert werden.

 

Die drei Bilder 2018 im Vegleich Foto: Wolfgang Hörmann

Der 6. Tag: Drei Bilder - ein Motiv

In der Dauerausstellung ist eine Kopie der Kopie zu sehen, die der Heimatmaler Theophil Dombrowski angefertigt hat.

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg stellte uns speziell für die Ausstellung ein Digitalisat des Fotos vom Original zur Verfügung, das in der Originalgröße des Barth-Bildes von 1,02 x 1,40 m gezeigt wird.

Somit haben wir jetzt drei Bilder von diesem einen Motiv - der Original-Vedute des Wilhelm Barth.

Das nebenstehende Foto stellt anlässlich der Verleihung des "Denkmals des Monats" 2018 an das Haus Am Markt 3  alle drei Bilder gegenüber, wobei das Foto in einer verkleinerten Version zu sehen ist. (Foto: Wolfgang Hörmann)

Ausschnitt aus dem Altrichter-Stadtplan Quelle: Archiv Wegemuseum

Der 7. Tag: Die Friedenseiche
Ausschnitt aus der Stadtplan-Skizze von Karl Altrichter aus seinem Buch von 1888
Die Friedenseiche wurde am 27.12.1815 zwischen die Linden gepflanzt, die auf der so genannten "Barriere" standen. An dieser Stelle hatten die "Gelben Reiter" exerziert, als Wusterhausen noch Garnisonsstadt war. Die Bezeichnung "Barriere" wurde dann beibehalten. Als das neue Rathaus und das Gefängnis 1853/54 erbaut wurden, mussten die Linden weichen. Einige von ihnen pflanzte man an den Dossearm vor der Vierrademühle - vielleicht steht noch eine von ihnen!?
Die Friedenseiche ließ man stehen, allerdings befand sie sich nun auf dem Gefängnishof! Altrichter hat nicht nur den Standort des alten und des neuen Rathauses, sondern auch den der Eiche eingezeichnet.

Lagevergleich Quelle: Wegemuseum

Der 8. Tag: Die Lage des alten Rathauses bleibt unklar

Ein Vergleich einer alten Karte (vollständig zu sehen in der Dauerausstellung) mit der Lage des Rathauses heute auf der Karte des Brandenburg-Viewers bestätigt die Skizze von Altrichter - das alte Rathaus lag halb unter dem neuen und ist komplett abgerissen worden. Unsere Suche nach etwaigen optisch zu ersehenden Mauerresten war nicht erfolgreich. Die archäologischen Befunde weisen eher auf eine Wiederverwendung der vorhandenen Klosterformat-Ziegel und Vermischung mit neueren Ziegeln hin. Damit bleibt der Standort des mittelalterlichen Rathauses weiter ein Rätsel.

(Befund ABD-Dressler 2020)

Zum Vergleich wurden hier übereinandergelegt: Ausschnitt aus dem Situationsplan von Wusterhausen/Dosse, 1842 (Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Reproduktion in der Dauerausstellung) und die aktuelle Karte aus dem BrandenburgViewer

Zum Film der AG Historische Stadtkerne

Der 9.Tag: Der Film zum Denkmal des Monats

Am 10. November wollten wir anlässlich der Auszeichnung "Denkmal des Monats" feiern und auch unsere Ausstellung eröffnen. Die AG Historische Stadtkerne hat als Alternative einen kleinen Film drehen lassen, den wir heute präsentieren können:

Zum Film der AG Historische Stadtkerne auf youtube

 

mehr zum Denkmal des Monats auf www.ag-historische-stadtkerne.de

 

 

Foto der Stadtvedute von Wilhelm Barth Quelle: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Der 10.Tag: ist eine Ergänzung zum 5. und 6. Tag

Wir freuen uns sehr, das Originalfoto der Stadtvedute von Wilhelm Barth präsentieren zu können. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg hat uns die dauerhafte Veröffentlichung auf unserer Website ermöglicht - vielen Dank dafür.

Barth, Wilhelm: Markplatz Wusterhausen / Dosse, 1839, GK I 6727.

Fotograf: Oberhofmarschallamt / Krongutverwaltung /Staatliche Bildstelle (1890 - 1926)

Man beachte die verschiedenen Wagen und Karren, die lustige Gesellschaft rechts am Rand usw.

Diese Details fehlen auf den beiden Ölgemälden. Vielleicht lag dem Maler des Taufgeschenkes das Foto nur als kleiner Papierabzug vor...

 

Ambrotypie des Marktplatzes Quelle: Archiv Wegemuseum

Der 11.Tag: Das neue Rathaus

1853 wurde das alte Rathaus abgerissen und 1854 das neue fertiggestellt. Eines der ältesten Fotos von Wusterhausen zeigt den Markt mit dem neuen Rathaus. Wir haben das Bild für die Ausstellung restaurieren lassen und zusätzlich vergrößert. Besonders eindrucksvoll: die "Geisterbilder" der Personen, die sich bewegt haben. Der Fotograf ist unbekannt.

Dank einer großzügigen Finanzierung durch den Kulturverein Wusterhausen e.V. konnte dieses Unikat in diesem Jahr für die Ausstellung restauriert werden.

Es handelt sich um eine so genannte Ambrotypie, ein Fotoverfahren, dass in der Zeit von 1850 bis 1890 verwandt wurde. Eine Kollodiumschicht auf Glas wird kurz belichtet und dann auf der Rückseite mit schwarzem Lack hinterlegt, so dass ein Scheinpositiv entsteht, d.h. das Bild wirkt wie ein Positiv und ist ein Unikat. mehr dazu auf Wikipedia: Ambrotypie

2018 konnten wir im Rahmen eines vom MWFK geförderten Kooperationsprojektes mit dem Förderkreis Prignitzer Museen unsere Ambrotypie digitalisieren lassen und auf www.museum-digital.de veröffentlichen.

 

 

 

Foto um 1890 Quelle: Archiv Wegemuseum

Der 12.Tag: Das neue Rathaus in einer weiteren Ansicht

Datierung und Fotograf sind unbekannt.

Auch auf diesem Foto stehen noch keine Linden vor dem Gebäude. Man beachte das Wirken des Storchs...

Warum baute man überhaupt neu? Das Amtsgericht brauchte mehr Platz - wenn die Stadt Wusterhausen ihr Gericht behalten wollte, musste sie den Bau erweitern. Auf dem Altrichterplan (siehe Tag 7)  ist zu sehen, dass das eigentliche Rathaus ein Einzelgebäude war und im Norden ein U-fömiger Trakt errichtet wurde, in dem sich nach einem Plan von 1878 die Spritzenremise der Feuerwehr, Wohnungen für Gerichts- und Polizeidiener und das Gefängnis befanden.

 

Das Rathaus um 1890 (?) Quelle: Archiv Wegemuseum

Der 13.Tag: Das neue Rathaus

Aus dem "Bilderalbum Wusterhausen", Datierung um 1890?, Fotograf S. Rolla, Kyritz

Auf diesem Foto ist die erneute Begrünung des Marktplatzes gut zu erkennen.

Die 1854 errichtete Fassade weist einen anderen Giebel als heute auf. Diese Ansicht bot das Rathaus bis kurz nach 1900.

Postkarte, 1901 gelaufen Quelle: Archiv Wegemuseum

Der 14.Tag: Jetzt wird der Vorplatz wieder grün

Diese Postkarte zeigt das Rathaus mit dem Kriegerdenkmal, aber noch mit dem alten Giebel.

Geschrieben wurde der Text der Postkarte 1901 und an eine Adresse in der Schweiz gerichtet. Gut zu sehen ist das grüne "Gärtchen" um das Denkmal, mit Kopflinden, großen Büschen und geschmiedetem Zaun.

Das Datum der Errichtung des Denkmals ist unklar - auf dem Foto aus dem "Bilderalbum", das mit 1890 datiert ist (allerdings nachträglich) fehlt es. Auf der Postkarte von 1901 ist die Begrünung drumherum nicht mehr ganz neu angelegt. Die meisten dieser Denkmale wurden bereits in den 1880er Jahren errichtet.

Ein Foto von der Einweihung des haben wir zwar (ein Reproduktion ist in der Dauerausstellung zu sehen), aber es ist nicht datiert.

Postkarte von 1904 Quelle: Archiv Wegemuseum

Der 15.Tag: Das erste Bild der heutigen Fassade

Diese Postkarte zeigt das Rathaus mit dem heutigen dreieckigen Giebel. Datiert ist sie 1904 und damit die älteste Abbildung in unserem bestand, auf der der neue Giebel zu sehen ist.

Kurz nach 1900 fand eine größere Umbau -und Erweiterungsmaßnahme statt, die nicht nur die Fassade betraf.

Seit 1885/86 befand sich auch die Stadtsparkasse im Rathaus und sowohl die Stadtverwaltung als auch das um 1880 gebildete Amtsgericht Wusterhausen benötigten um 1900 mehr Platz. Man errichte einen Anbau zwischen dem Rathaus und dem Gefängnisbau, in dem die Sparkasse und der neue Ratssaal, der durch ein erkerartiges Treppenhaus erreichbar war, eingerichtet wurden. Innen gab es keine Verbindung zum Gefängnistrakt, ebenso wurden die Bereiche des Amtsgerichts im Haupthaus nicht beeinträchtigt.

(Quelle: Bericht über die planungsvorbereitende Bauforschung am Rathaus der Gemeinde Wusterhausen/Dosse, Kannenberg & Kannenberg. 2016)

Türgriff, um 1900 Foto: Wegemuseum

Der 16.Tag: Ein Objekt

Diese Türklinke könnte aus der Zeit des Umbaus um 1900 stammen. Der genaue Fundort sowie der Hersteller sind unbekannt.

(Quelle: Hartmut Janschke)

Fensterolive Foto: Wegemuseum

Der 17.Tag: Noch ein Objekt

Diese Fensterolive (oder einfach "Fenstergriff") wurde im Dachgeschoss des Westflügels gefunden.Sie könnte von den historischen Fenstern des Hauptgebäudes stammen (Quelle: Kannenberg & Kannenberg 2016). Allerdings ist die Formensprache auch im so genannten "geometrischen Jugendstil" in der Zeit um 1900 typisch. Auf der Innenseite ist eingraviert "ges. gesch." (gesetzlich geschützt) und die Nummer 1498.

Der Hersteller ist nicht bekannt.

Ein Fenster Foto: Wegemuseum

Der 18.Tag: Ein Fenster aus dem Dachgeschoss

Dieses Fenster wurde bei den Sanierungsmaßnahmen freigelegt und gesichert. Der genaue Standort ist nicht bekannt, es befand sich jedoch im Dachgeschoss des Nordbaus. Im selben Raum gab es eine Gitterklappe nach unten. Inwieweit ein Zusammenhang mit den hier befindlichen Gefängniszellen besteht, konnte nicht festgestellt werden.
Welch ein Unterschied zu Fenster und Türen des Haupthauses!

Kolorierte Postkarte 1911 Quelle: Archiv Wegemuseum

Der 19.Tag: Fassade in Color

Diese kolorierte Postkarte ist 1911 datiert. Auf mehreren uns vorliegenden Varianten dieses Fotos stimmt eines überein - dem damaligen Zeitgeist entsprechend ist das Wappen nicht farbig gestaltet. Diese Version wurde bei der aktuellen Gestaltung übernommen, auch wenn viele Wusterhausener die kräftig-farbige Gestaltung in rot-weiß vermissen.

 

 

Ansicht mit Schwalben Quelle: Archiv Wegemuseum

Der 20.Tag: Fassade, diesmal mit Schwalben

Eine weitere kolorierte Postkarte, diesmal mit einem gezeichneten Motiv zeigt wieder, dass das Wappen keine Farbfassung hatte. Der Poststempel ist vom 5.8.1904.

Als Impressum ist angegeben "Druck Kunstanstalt Rosenblatt. Frankfurt a.M."

Markt im Rahmen Quelle: Archiv Wegemuseum

Der 21.Tag: Diese Perspektive lockt Maler und Fotografen

Noch einmal eine Postkarte, in diesem Fall von einem gerahmten Foto gemacht. Die Perspektive stimmt mit der des altesten Ölgemäldes und der der Ambrotypie überein.

Man beachte die zentrale Pumpe, die noch bis zur Errichtung des Wasserwerkes (1956) an diesm Platz als öffentliche Trinkwasserquelle stand.

Seitenansicht Ostseite Quelle: Archiv Wegemuseum

Der 22.Tag: Idyll am Ostgiebel

Diese Ansicht aus dem Jahr 1920 ist die früheste Darstellung der Westseite des Rathauses, die im Museumsarchiv gefunden wurde (Sammlung Fenske). Man beachte die ländliche Idylle mit Karren, Hund und Gänsen. Die Aufnahme wurde von der Ecke Borchertsraße gemacht.

Das Haus rechter Hand gibt es heute nicht mehr.

Westseite Quelle: Archiv Wegemuseum

Der 23.Tag: Die Westseite des Rathauses

Der Blick vom Kirchturm - schon Anfang des 20. Jahrhunderts auch als Postkartenmotiv vereweigt.

Ob die Koloration der damaligen Farbgebung entspricht können wir natürlich nicht mit Sicherheit sagen.

Auf jeden Fall ähnelt die Ansicht sehr der heutigen, bis auf die Grünfläche vorm Rathaus, auf der das Kriegerdenkmal stand.

Das Haus Am Markt 5, neben dem heutigen Wegemuseum, hat noch nicht seinen so genannten Wüttembergischen Giebel.

Winter 1928 Foto: Archiv Wegemuseum

Der 24.Tag: Fröhliche Weihnachten!

Als Weihnachtsgruß heute ein Foto von 1928 (Sammlung Fenske) -als es noch Schnee gab...

Tiefer Winter Foto: J. Lehmann

Der 25.Tag: Noch ein Winterbild

Dieses Farbfoto aus den 1970er Jahren zeigt große Schneemengen - wahrscheinlich im Winter 1978/79 aufgenommen. Es zeigt die Ostseite des Marktes. Die Telefonzelle stand an der Spitze der dreieckigen Grünfläche vor dem Rathaus. (Foto: J. Lehmann)

1920er Jahre Quelle: Archiv Wegemseum

Der 26.Tag: Eine Frontansicht aus den 1920er Jahren

Die kolorierte Postkarte stammt aus der Zeit vor 1926, denn das Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges ist darauf nicht zu sehen.

Auf der Rückseite findet sich folgender Spruch:

Wem Gott will rechte Gunst erweisen,

Läßt er nach Wusterhausen reisen.

Denn dort am schönen Klempowsee

Vergehet alles Lebensweh.

Wie neu geboren geht man fort

Und sagt, wie herrlich war es dort.

(Autor und Fotograf werden nicht genannt)

 

Im Jahr 1926 wurden umfangreichen Modernisierungen im Rathaus vorgenommen, da die Gefahr bestand, das Amtsgericht nach Neustadt zu verlieren. Im Haupthaus wurde eine Zentralheizung und ein  Innen-WC eingebaut. Im Gefängnis wurden die sanitären Anlagen verbessert sowie elektrisches Licht gelegt. (Quelle: Kannenberg & Kannenberg 2016, Bauforschungs- und Bestandsdokumentation)

Rathaus 1.9.1949 Quelle: Archiv Wegemuseum

Der 27.Tag: Krieg und Frieden

Die Außenansicht des Rathauses unterlag seit der Neugestaltung des Giebels nur geringen Veränderungen. Allerdings wurde die Fassade Träger politischer Propaganda: 1933/1934 prangte ein riesiges Hakenkreuz an der Fassade.

In der Dauerausstellung ist das Foto zu sehen, das statt der Uhr eine Friedenstaube zeigt - datiert zum Friedenstag 1949, also dem 1. September und somit noch vor Gründung der DDR.

1945 ging das Uhrblatt zu Bruch, evtl. durch Schüsse, wie mündlich überliefert ist. Das Uhrwerk dahinter soll unbeschädigt geblieben sein. Auf dem Foto ist die Alternative zu sehen - die Darstellung der Friedenstaube, mit der das Uhr-Loch gefüllt wurde.

Ansicht nach 1950 Foto: Karl Jahn

Der 28.Tag: Nun schlägt's 5

Das Digitalisat eines Glasplattennegativs, aufgenommen von Karl Jahn, zeigt das Rathaus mit dem Emblem des 1. Fünfjahresplans der DDR im Uhrblatt. Er galt ab 1951. Ob die Reparatur der Uhr Bestandteil des Planes war, ist nicht bekannt.

Ansicht 60er Jahre, Quelle: Archiv Wegemuseum

Der 29.Tag: Die DDR-Ansicht

Die Postkarte ist auf die 1960er Jahre datiert (Sammlung Fenske). DIese Ansicht prägte lange das Bild vom Wusterhausener Marktplatz, auch in der touristischen Werbung.

Rathaus 2003 Foto: H.Hirsch

Der 30.Tag: Die Ansicht vor der Neugestaltung des Marktes

Foto: H. Hirsch/ AG Historische Stadtkerne

Aufgenommen 2003

Seit 2002 ist Wusterhausen Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen
Stadtkernen des Landes Brandenburg. In diesem Zusammenhang wurde 2003 der Stadtkern fotografisch dokumentiert. Der Markt wurde 2009 neu gestaltet.

Verhüllt Foto: Wegemuseum

Der 31.Tag: Die Verhüllung

Von 2017 bis 2020 wurde das Rathaus grundlegend saniert und umgestaltet. Übergangsweise war die Verwaltung in die "Alte Schule" umgezogen. Seit November 2020 hat sie ihren Sitz wieder  im Rathaus. 

Mit der "Verhüllung" als Kulisse fanden Veranstaltungen wie das "Wusterhausener Dinner in Weiß" statt:

 2020 wird mit ganz anderen Arten von Masken in Erinnerung bleiben...

Ansicht August 2020 Foto: Erik-Jan Ouwerkerk

Wir wünschen ein wunderschönes, gesundes und friedliches 2021! Auf das alles wieder einfacher werden möge und wir zum Beispiel diese Ausstellung bald nicht nur virtuell zeigen können!

 

Das sanierte Rathaus

Die Frontgestaltung orientiert sich an dem Zustand nach 1904, also mit dem spitzen Giebel.

Foto Erik-Jan Ouwerkerk, August 2020

Sessel 1970er Jahre Foto: Wegemuseum

Fundstücke 1

Ab heute wenden wir uns verschiedenen Exponaten zu, die während der Baumaßnahmen im Rathaus gesichert wurden. Wir möchten Geschichten zu diesen Objekten sammeln - wer kann dazu beitragen?

 

Dieser Sessel stand zu DDR-Zeiten im Vorzimmer des Bürgermeisters Fritz Köpcke - unverkennbar ein DDR-Produkt in Form, Material und Farbe. Seine letzte Nutzung war in einem Aufenthaltsraum im Rathauskeller.

(Quelle der Information: Marco Schimpke/ Rathausmitarbeiter*innen)

Bezeichnung: Club-Sessel, Kugelsessel, Drehsessel, hergestellt von VEB Metallwaren Naumburg, um 1970 (lt. vorläufiger Recherche)

Stuhl 1970er Jahr Foto: Wegemuseum

Fundstücke 2

Als der Sessel nicht mehr "hygienisch" aussah, wurde er durch praktischere Stühle ersetzt. Dieser Stuhl wurde ebenfalls in den Kelleräumen gefunden.

Bezeichnug: Polsterstuhl, Gestell Vierkantstahl, Schaumstoffpolsterung, 1970er Jahre

Fundstücke 3Foto: Wegemuseum

Fundstücke 3

Neben verschiedenen Souvenirs und symbolischen Schlüsseln für eine "Schlüsselübergabe" wurde auch ein kleiner Holzpantoffel im Rathaus gefunden. Er hing wohl an einem Balken im Dachgeschoss.

Hersteller, Zweck und Datierung sind unklar. Zu sehen war er bereits in der Sonderausstellung "Neues aus dem Depot" im Februar 2020.

Lagevergleich Archäologie

Fundstücke 4 - Archäologische Baubegleitung

Die Baumaßnahme 2017-2020 wurde archäologisch begleitet durch das Archäologiebüro ABD-Dressler, das uns in Absprache mit dem BLDAM für unsere Ausstellung die Fundstücke und die Erläuterungen dazu zur Verfügung stellte.

Die Befunde ermöglichen keine eindeutigen Aussagen zur Lage des mittelalterlichen Rathauses und seiner Nachfolgebauten. Anscheinend sind in den Fundamenten des Neubaus 1853 Ziegel aus dem Vorgängerbau verwendet worden, aber auf einem völlig neuen Grundriss.

Zur Orientierung hier nun eine Karte zur Lage der Funde mit Lage des heutigen Springbrunnens und eines 2009 ermittelten mittelalterlichen Hausgrundrisses südlich des Rathauses.

 

 

Scherben Raum 8, Foto: Wegemuseum

Fundstücke 4.1 - Ganz unten

Im Ostflügel des Rathauses (R8/R9) wurde der einzige Hinweis auf eine ältere Schicht unter dem Rathaus gefunden. Die Planierung besteht aus lehmigem Sandgemisch mit einem Brandschuttanteil, wahrscheinlich aus einem der Stadtbrände, und liegt unter den Fundamenten des 1853 errichteten Gebäudes. In diesem Bereich befanden sich Gefängniszellen (lt. Plan von 1878).

Fund: Helle Keramikscherben mit gelber Glasur innen

 

Im Haupthaus (R11 - Fahrstuhlschacht/Tresorkeller) wurde ein Fragment einer Ofenkachel gefunden. Hinweise auf Grundmauern des Vorgängerbaus ergaben sich nicht.

Bruchstücke von Ofenkacheln Foto: wegemuseum

Fundstücke 4.2 - Ofenkacheln unter der Dielung

Die meisten Funde stammen aus dem nördlichen Querbau.

Dort (vor allem R3/R4) wurden mehrere Bruchstücke von Ofenkacheln gefunden, wahrscheinlich aus der Entstehungszeit des Rathauses. Vermutlich sind sie bei einem Umbau und Ersatz der alten Öfen in die Aufschüttung unter dem Dielenfußboden eingebracht worden. Die floralen Motive auf den Kacheln sind als klassizistisch einzuordnen.

Zerbrochene Pfeifenstiele Foto: Wegemuseum

Fundstücke 4.3 - Immer diese Raucher

Aus einem Bereich nahe der Südwand von R3 stammen diese Pfeifenstiel-Fragmente. Schwach sind noch Reste von Verzierungen erkennbar. Zeitlich sind sie der Frühen Neuzeit zuzuordnen - also nach 1500 und vor 1800.

Da ein Pfeifenraucher den Stadtbrand von 1758 verursacht hat, ist dieser Fund besonders spannend. Die Geschichte dazu und weitere Pfeifenfunde wird in der Dauerausstellung gezeigt.

 

Bunte Scherben Foto: Wegemuseum

Fundstücke 4.4 - Bunte Scherben

Aus demselben Bereich stammen diese Keramikscherben, ebenfalls in die Frühe Neuzeit datiert.

Die Scherben weisen verschiedene Verzierungen auf - Fayencemalerei, einfache Riefen, bemalte Glasuren und eine Malhornware, d.h. mit einem Kuhhorn aufgebrachter andersfarbiger Tonbrei.

Gewandschliße? Foto: Wegemuseum

Fundstücke 4.5 - Wenn es keine Knöpfe gäbe

Auch diese Buntmetallteile wurden in R3 gefunden. Es könnte sich dabei um eine Gewandschließe (eine Art Sicherheitsnadel und Vorläufer des Knopfes) handeln.

Die Vielfalt der Funde an dieser Stelle bestätigt eine Information aus der Altrichter-Chronik von Wusterhausen, Seite 44: "Alte Fundamente wurden bei Anlegung des jetzigen Gefängnisses zum Teil freigelegt ..." - und das Gefängnis war im nördlichen Teil untergebracht.

 

Glas Foto: Wegemuseum

Fundstücke 4.6 - Glück und Glas

Diese Bruchstücke einer Glasschale (R3) können genau datiert werden: Die Glasmarke "Zechlin 1755" weist sogar den Hersteller aus, die "königliche Grüne Glashütte Zechlin, die zwischen 1741 und 1799 Flaschen-, Arznei- und Fensterglas in großen Mengen herstellte" - siehe auch den Eintrag des Museums Eberswalde auf www.museum-digital.de.

Tierknochen Foto: Wegemuseum

Fundstücke 4.7 - Tierknochen

Tierknochenfragmente - fast in jedem Bereich fanden sie sich, vielleicht weil hier die Fundamente mit Sandgemischen aufgefüllt wurden. Die Funde können aus dem Areal stammen, müssen aber nicht.

 

Einige Mauern im nordwestlichen Bau sind aus Feldstein, andere mit Klosterformat-Ziegeln oder auch neuen Ziegelformaten gemauert. Wahrscheinlich wurden die beim Abbruch des alten Rathauses anfallenden alten Ziegel wiederverwendet, ein Hinweis auf die Nutzung vorhandener Fundamente ist nicht gegeben.

Scherben R2

Fundstücke 4.8 - Noch mehr Scherben

Im nordwestlichen Kellerbereich (R2) fanden sich verschiedene Keramikscherben aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit.

Mittelalterliche Grauware

Fundstücke 4.9 - Scherben - mittelalterlich

Scherben aus dem Mittelalter - gefunden im nordwestlichen Kellerbereich (R2)

Außerdem wurden an dieser Stelle noch Tierknochen und Metallschlacken gefunden.

Theophil Dombrowskis Arbeitszimmer Quelle: Wegemuseum

Ein- und Ausblicke

Ab heute zeigen wir alte Ansichten und Fotos vom Bau.

Zu Beginn die älteste Innenansicht - der Blick aus dem Rathausfenster auf dem Markt, den Theophil Dombrowski anlässlich seines Ausscheidens aus dem Amtsgericht Wusterhausen 1934 in sein Ehebuch zeichnete. Deutlich erkennbar: das Kriegerdenkmal.

Trauzimmer vorher Foto: Gemeinde Wusterhausen/Dosse

Ein- und Ausblicke 2

Baustelle Trauzimmer vorher

Foto: Gemeinde Wusterhausen/Dosse

Decke rathaus Foto: Erik-Jan Ouwerkerk

Ein- und Ausblicke 3

Innenansichten vom Baugeschehen - Der Fotograf Erik-Jan Ouwerkerk war im Auftrag der AG Historische Stadtkerne unterwegs.

Detail Deckengestaltung im Trauzimmer

Baustelle Trauzimmer Foto: Gemeinde Wusterhausen

Ein- und Ausblicke 4

Baustelle Trauzimmer

Foto: Gemeinde Wusterhausen/Dosse